Agile Moderation – einfach anders. 5 Möglichkeiten für erfrischendere Meetings

 Bild: David Travis@unsplash.com

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Agil ist „in“ – und in aller Munde. Auch uns als Trainer und Teamentwickler beschäftigt das Thema. Doch was genau bedeutet Agilität?

Agilität ist als Fähigkeit von Teams und Organisationen zu verstehen, in einem unsicheren, dynamischen Umfeld flexibel und schnell zu agieren. Dazu helfen Methoden, die es Menschen einfacher machen, sich in einem entsprechenden Umfeld so zu verhalten. Doch was davon lässt sich in die Moderation oder Teamtrainings übertragen?

Versuchen Sie es mit diesen einfachen Elementen:

#Tipp 1: Konkrete Rollen im nächsten Meeting:
Timekeeper: beschlossene Zeitfenster für ein Thema werden durch den Timekeeper signalisiert und eingehalten.
Persona: die Kundensicht wird in dieser Rolle verkörpert und so die Meinung und Äusserungen des Kunden stellvertretend mitberücksichtigt.
Prinzipienwächter: diese Rolle erinnert stetig daran, die Werte und Prinzipien der Agilität zu berücksichtigen.
Querdenker: Über den Tellerrand denken und auch mutig neue Denk- und Lösungsansätze zu formulieren gehört zu dieser Rolle.
Fokusbeschleuniger: Was ist das Ziel, worauf soll die Aufmerksamkeit gerichtet werden? So wird das Abschweifen in andere Themen minimiert.

#Tipp 2: Timeboxing
Ursprünglich als Technik in der Projektplanung verwendet, kann in jedem Meeting oder in einer Moderationsphase eine „Timebox“ eingesetzt werden. Nach einer vorher festgelegten Dauer wird der Vorgang/die Diskussion beendet. Noch Offenes wird auf das nächste Meeting in eine weitere Timebox verschoben.
Unterstützt kann Timeboxing durch eine einfache Sanduhr werden – denn sie zeigt anschaulich die noch verbleibende Zeit.

#Tipp 3: I like – I wish – what if...
Feedback unterstützt Menschen in Projekten zu wachsen. Eine Möglichkeit dazu stammt aus dem „Design Thinking“:
Auf Post-its wird zuerst von allen Anwesenden aufgeschrieben, was sie mögen. Das kann ein Projekt oder die konkrete Zusammenarbeit betreffen. Dann folgt, was jeder sich wünscht und zuletzt: „was wäre wenn...“. Geben Sie jedem Teilnehmenden 10 Minuten Zeit, um für jede Kategorie 3-5 Post-its zu füllen. Lassen Sie dann alle Teilnehmenden ihr Feedback besprechen.

#Tipp 4: Frameworks einsetzen
Ein „Rahmenwerk“, das die Teilnehmenden nutzen können, um sich selbst zu organisieren. In einem Meeting kann das Beispielsweise das „Kanban“ Board sein mit den Bereichen „To do“ – „doing“ – „done“. Das gibt dem Meeting einen produktiven und überschaubaren Rahmen.

#Tipp 5: Retrospektive „Keep – Drop – Try“
Während in der Agilität auf Projekte zurückgeblickt wird, kann als Abschluss einer Moderation überlegt werden, was im Sinne eines KVP (Kontinuierlicher Verbesserungsprozess) „bewahrt, weggelassen oder das nächste Mal neu/anders im Meeting getan werden kann.

Dazu schreibt der Moderator oder jede Person auf Post-its:
Keep: was soll behalten werden
Drop: was sollte nicht mehr gemacht, also fallengelassen werden
Try: Was sollte das nächste Mal ausprobiert werden

Der Moderator clustert die Post-ist, lässt anschliessend die Teilnehmenden eine Punktebewertung der verschiedenen Optionen vornehmen und lässt so eine Weiterentwicklung der Zusammenarbeit entstehen