Agil um jeden Preis?

Foto: out&in

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Im Rahmen unserer 4-teiligen Serie von Brown Bag Events zu unserem 20-jährigen Firmenjubiläum stand das Thema Agilität im Zentrum. Neben einer Einführung und einem Überblick über die wichtigsten Aspekte des agilen Konzeptes diskutierten wir mit den Anwesenden auch die potentiellen Stolpersteine bei der Einführung.

Was gilt es zu beachten, wenn man als Unternehmen agile Arbeitsformen einführen möchte und wie gelingt es, dabei nachhaltig erfolgreich zu sein?

Als erstes sollten Sie sich folgende drei Kernfragen stellen:

1.    Wozu wollen wir agil werden?

2.   Was ist der Sinn dahinter?

3.   Wo stehen wir heute bezüglich Agilität?

Agile Arbeitsformen sind leider kein Allheilmittel für die hohe Anzahl an Herausforderungen, mit denen die Unternehmen heutzutage konfrontiert sind. Es lohnt sich deshalb umso mehr, sich bezüglich Zielsetzung und Sinn einer solchen Veränderung im Klaren zu sein. Nicht zuletzt, da dies eine Frage ist, die Ihnen ihre Mitarbeiter*innen und Führungskräfte mit Sicherheit stellen werden. Ist Sinn und Zweck nicht klar, laufen Sie Gefahr, neben Widerstand auch totaler Gleichgültigkeit gegenüber zu stehen, frei nach der Devise «auch dieser Sturm wird an uns vorüberziehen».

Gut überlegt sein sollte auch, wie rasch und wie radikal agile Formen eingeführt werden sollen. Standards und Hierarchien können Unternehmen auch eine gewisse Stabilität geben, denn nicht alle Mitarbeiter*innen sind in der Lage, von heute auf morgen nur noch selbstverantwortlich zu handeln und Entscheide im Rahmen von Verhandlungen im Team zu treffen. 

Vier Aspekte sollten Sie sich deshalb genauer anschauen, wenn Sie in Richtung agile Arbeitsformen gehen wollen:

1.    Wie ist unsere Unternehmenskultur? 

Lässt diese zu, Fehler machen zu können, ist es möglich, eine hohe Transparenz walten zu lassen und sind sich die Menschen gewöhnt, offene und ehrliche Feedbacks zu geben? 

2.   Welches Führungsverständnis haben wir?

Sehen sich die Führungskräfte als Personen, die ihre Mitarbeiter*innen befähigen wollen, ihre Stärken und Fähigkeiten gewinnbringend für das Unternehmen einzusetzen? Können Sie Werte vermitteln und die Kommunikation innerhalb der Abteilung sicherstellen? Sehen sie sich als Coach und Moderator*in?

3.   Wie ist die Unternehmung organisiert?

Sind sich die Mitarbeiter*innen gewöhnt, abteilungsübergreifend zusammen zu arbeiten und in Netzwerken zu denken? Funktioniert der Informationsfluss? 

4.   Wie ist der Prozess der Entscheidungsfindung aufgesetzt?

Sind Rollen und (Entscheidungs-) Kompetenzen klar definiert, kennen die Mitarbeiter*innen ihren Handlungsspielraum? Gibt es Strukturen und Regeln, wie ein Entscheid getroffen wird?

Dies alles sind Fragen, die Sie sich als Unternehmen idealerweise vor der Einführung von agilen Arbeitsformen stellen. Das ist zwar aufwändig, erhöht aber die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Umsetzung. Damit es bei Ihnen «agil, weil es etwas bringt» und nicht nicht «agil um jeden Preis» heisst.

Hinweis: Unser nächster Brown Bag Event findet am 27. August 2019 statt, dann zum Thema «Sind altersdurchmischte Teams die Lösung des demographischen Problems?»

Weitere Informationen sowie die Daten der weiteren zwei Brown Bags finden Sie unter www.out-in.ch/brownbag